{"id":199,"date":"2023-10-09T09:28:26","date_gmt":"2023-10-09T09:28:26","guid":{"rendered":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/?p=199"},"modified":"2023-10-09T09:28:26","modified_gmt":"2023-10-09T09:28:26","slug":"tauberfraenkische-volkskultur-on-tour","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/?p=199","title":{"rendered":"Tauberfr\u00e4nkische Volkskultur \u201eOn Tour\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Von Sprachinseln, Wolkenst\u00fcrmern und Chorherren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer aus der Reisegruppe des Vereins geglaubt hatte, dass mit dem Hohenloher Dialekt die sprachlichen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten ersch\u00f6pft w\u00e4ren, wurde im Museum \u201eJenische Sprache\u201c eines besseren belehrt. Das um dieses Thema erweiterte Ludwig-Doerfler-Museum in Schillingsf\u00fcrst zeigt alle Facetten der \u201eSprache des fahrenden Volkes\u201c. Diese Sprache, eine Mischung aus dem Jiddisch von Osteuropa, der Gaunersprache \u201eRotwelsch\u201c sowie der lokalen und regionalen Dialekte ist immer noch in sogenannten Sprachinseln wie Schillingsf\u00fcrst, Matzenbach oder Unterdeufstetten gel\u00e4ufig. Das Museum gibt nicht nur \u00fcber die m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Begriffe sondern auch \u00fcber die Bev\u00f6lkerung Auskunft, welche als Beigabe das \u201eJenisch\u201c mitbrachte. Eine Reihe von B\u00fcrgern aus jenen Ortschaften schuf sich bis in die Neuzeit eine Existenz als Musiker, Artist, Schausteller oder ambulanter H\u00e4ndler. Das Museum und einige Autoren verstehen sich als Sachwalter einer sprachlichen Besonderheit, die zu Hohenlohe und dem angrenzenden bayerischen Raum geh\u00f6rt und nicht wenig zur Identit\u00e4t dieser Gegend beigetragen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Besuch galt dem erst vor wenigen Wochen er\u00f6ffneten Museum \u201ePioniere der L\u00fcfte\u201c in Leutershausen. In dessen Mittelpunkt der in der Stadt 1874 geborene und in die USA ausgewanderte T\u00fcftler Gustav Wei\u00dfkopf steht, der Flugapparate und Motoren in Amerika entworfen und gebaut hat. Obwohl G. Wei\u00dfkopf \u00fcber keine technische und wissenschaftliche Ausbildung verf\u00fcgte, hat er sich mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit mit seinem zweimotorigen Flugapparat Nr. 21 bereits im Jahr 1901 in Fairfield, Connecticut und damit noch vor den Gebr\u00fcdern Wright in die Luft erhoben. Der Autodidakt, der als Beruf Aeronaut angegeben hat, entwickelte mit Azetylen und Benzin angetriebene Motoren und andere Flugapparate, denen jedoch wegen den technischen Unzul\u00e4nglichkeiten jener Zeit oft kein Erfolg beschieden war. Eine umfangreiche Dokumentenabteilung mit Zeitungsberichten jener Epoche beweist, dass die Zeit f\u00fcr das \u201eFliegen schwerer als Luft\u201c reif war. Das Museum hat Wei\u00dfkopf, den leidenschaftlichen und begnadeten Flugpionier, der f\u00fcr das Fliegen letztlich seine Existenz ruiniert hat, wieder in Erinnerung gebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der letzte Teil der Reise war der Stadt Herrieden gewidmet, die heute als Kleinod am Oberlauf der Altm\u00fchl gilt, weil sie in der mittelalterlichen Kirchengeschichte einen bedeutenden Platz eingenommen hat. Bereits 782 im Auftrag des Karolingers Karl dem Gro\u00dfen als Kloster gegr\u00fcndet, entwickelte sich Herrieden in den folgenden Jahrhunderten zum bedeutenden Chorherrenstift mit \u00fcberregionaler Bedeutung, dessen Rechte bis in das Taubertal und an die Donau reichten. Die im Jahre 1071 geweihte Stiftskirche gilt nach der Barockisierung im 18. Jh als Prachtst\u00fcck unter den fr\u00e4nkischen Sakralbauten. Der Rundgang zu den markantesten Geb\u00e4uden der Altstadt wie der Frauenkirche, dem Alten Stadttor und der Stiftskirche mit ihrem kunstvollen Chorgest\u00fchl wurde von Helmut Fehler begleitet, der auch diese Tour geplant und organisiert hat. Fehler wies in diesem Zusammenhang auch auf einen Versuch Karls des Gro\u00dfen im Jahre 793 hin: die nur einen Tagesmarsch entfernte Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzen Meer mittels eines Kanals \u2013 heute als \u201eFossa Carolina\u201c bekannt \u2013 zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>TVK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Sprachinseln, Wolkenst\u00fcrmern und Chorherren Wer aus der Reisegruppe des Vereins geglaubt hatte, dass mit dem Hohenloher Dialekt die sprachlichen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten ersch\u00f6pft w\u00e4ren, wurde im Museum \u201eJenische Sprache\u201c eines besseren &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":201,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/199"}],"collection":[{"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=199"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/199\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":202,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/199\/revisions\/202"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/201"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=199"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=199"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tauberlaender-dorfmuseum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=199"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}