Maisingen 8. Mai 2016

Kultur der besonderen Art

Auch in diesem Jahr stand der Muttertag auf dem Marktplatz sowie im und vor dem Dorfmuseum bei strahlend blauem Himmel ganz im Zeichen des vom Verein Tauberfränkische Volkskultur veranstalteten traditionellen Maisingens.

Bereits zum 39. mal galt es für die zahlreichen Besucher, Gäste und Bürger der Stadt Musik, Gesang und Tanz sowie mit altem Handwerk garnierte tauberfränkische Volkskultur nach Herzenslust zu genießen. So konnte man vor dem Tauberländer Dorfmuseum einem Steinmetz und Bildhauer, einem Rechenmacher und einem Korbflechter bei der Arbeit „auf die Finger schauen“. In und vor der guten Stube des Museums drehte sich unter anderem das Spinnrad, wurden Bändchen gewebt und filigrane Scherenschnitte gezaubert. Ein Flohmarkt der besonderen Art, dessen Erlös in vollem Umfang dem Dorfmuseum zugutekommt, rundete den handwerklichen Rahmen des Maisingens ab.

Für das leibliche Wohl war natürlich auch wieder bestens gesorgt. Hier standen ebenfalls regionale Spezialitäten im Mittelpunkt. Die Renner an der Kuchen- und Gebäckfront waren einmal mehr die Schneeballen.

Im Zentrum des Geschehens stand das abwechslungsreiche Bühnenprogramm.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeisterstellvertreter Norbert Beck eröffnete der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde unter der gemeinsamen Leitung von Peter Otterbach und Traugott Simon die musikalischen Darbietungen.

Danach begrüßte Gudrun Schammann im Auftrag des Vereinsvorstands die Besucher des Maisingens. Ihr lag es besonders am Herzen, das gemeinsame ehrenamtliche Miteinander in der Vorbereitung und Durchführung dieser in seiner Art doch wohl sehr besonderen Veranstaltung deutlich zu würdigen. Fest machte Schammann dieses Engagement der vielen Helfer an dem „fünfundfünfzigtausendsten Schneeballen“, der in diesem Jahr im Mittelpunkt stand. „Er symbolisiere nicht nur Zutaten wie zwölf Doppelzentner Mehl, 420 kg Butter und über 100 Liter hier gebrannten Schnapses, sondern stehe für rund 6800 ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden“, so Schammann abschließend.

Weiter ging es auf der Bühne mit dem Laudenbacher Kindergarten unter der Leitung von Christel Link, der farbenprächtigen Markelsheimer Kinder- und Jugendtanzgruppe mit Anja Sonntag-Schurk und Magda Bender an der Spitze, der Flötengruppe der heimischen Stadtkapelle unter der Leitung von Werner Frick sowie den von Heike Ort geführten „Jazz-Dancers“ aus Röttingen.

Musikalisch schloss die Stadtkapelle zusammen mit der Musikkapelle Laudenbach, dirigiert von Günther Hochreiner, den Musik- und Tanzreigen des Maisingens ab.   

Äußerst symbolträchtig:  Schneeball Nr. 55000  

Umrahmt vom gemeinsamen Singen bekannter Frühlingslieder unter der Leitung von Karl Pflüger mit seinem Akkordeon prägte eine besondere Ehrung das diesjährige Maisingen auf dem Weikersheimer Marktplatz.

Hochgerechnet wurde in der 39. Auflage dieses Festes der besonderen Art der 55000. Schneeballen gebacken. Ihn und den 55001. erhielten zwei Frauen der ersten Stunde. Mit der förmlichen Übergabe dieses symbolträchtigen „Gebäck-Ordens“ würdigte Birgit Bulenda, Vorsitzende des Vereins Tauberfränkische Volkskultur, die Verdienste und das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement von Emma Mollekopf und Gudrun Schammann. Zusätzlich gab es aus der Hand von Christa Pickrahn für die Geehrten und die Vereinsvorsitzende je einen in ihrer Werkstatt im Eingangsbereich des Museums gebastelten „Maienbuschen“.