Sonderausstellung

„Alles aus Holz“


Juli bis August 2016

Stimmige Eröffnung der Sonderausstellung „Alles aus Holz“
Hiltrud Rückerts Exponate harmonieren perfekt mit Kornbau-Museum

Bürgermeister Klaus Kornberger zeigte sich beeindruckt: Immer mal wieder werde die Frage gestellt, ob eine Stadt wie Weikersheim wirklich drei Museen – zum Schloss gesellen sich das „Tauberländer Dorfmuseum“ und das „Stadtmuseum am Gänsturm“, die neben höfischer Geschichte die der Land- und die der Kleinstadtbevölkerung darstellen – brauche. Doch, ja: „Solange sie sich so ergänzen!“ Freihändig verlängerte der Bürgermeister die ursprünglich bis Ende August geplante Ausstellung über die Kärwetage am ersten Septemberwochenende.
Angesichts der weit über 60 Besucher der Eröffnung der Sonderausstellung „Alles aus Holz“ im Dorfmuseum – eine „Fangemeinde – unglaublich!“ – sei auch weiterhin auf gute Nachbarschaft, in die sich auch das Rathaus einreihe, zu rechnen. Und: Einen besseren Ort als den ehemaligen Kornbau für genau diese Sonderausstellung könne es auch schwerlich geben. „Mehr Holz gibt’s nicht“, vermutlich komplett bei Mondschein und von Hand eingeschlagen, so Kornberger.
Herzlich begrüßt worden war der von Birgit Bulenda, der Vorsitzenden des Vereins Tauberfränkische Volkskultur. Sichtlich gefreut hat sie sich über den Besuch von Gerhard Layer und seiner Frau Ulrike Thiele: Layer, langjähriger Geschäftsführer des Vereins, war es, der die Sonderausstellung „Alles aus Holz“ mit zahlreichen Exponaten aus der Sammlung Rückert angeregt hatte. Die Sammlerin Hiltrud Rückert hatte – ebenfalls in Zusammenarbeit mit Layer und Thiele – die Ausstellung ursprünglich für ihren Heimatort Mosbach konzipiert, als vorläufig letzte nach Sonderausstellungen über populäre religiöse Bilder aus dem Bauland, übers Bauländer Hafnergewerbe, Kerzenhalter aus Biedermeier, Jugendstil und Art Deco, eine Glasausstellung, eine zum Bäckerhandwerk und eine zur Thematik häkeln, stricken und weben.
Die Einführung in die Sonderausstellung übernahm Sohn Thomas Rückert. „Holz kann fast alles“, sagt er: Es war und ist ein in allen Kulturen beheimateter nachwachsender und biologisch abbaubarer Bau- und Werkstoff, Energieträger und Ausstattungsmaterial. Im Riemenschneider-Ländle trägt Rückert damit natürlich auch die sprichwörtlichen „Eulen nach Athen“: Weltweit bekannt sind die Kunstwerke aus dem so harten und so weichen, so leichten und so schweren, so schönen und genussvoll zu betastenden Material.
Im Alltag spielte es bis zur Erfindung von Plastik eine überragende Rolle – und genau der Sammlung solcher oft wunderschön gestalteten Alltagsgegenstände hat sich Hiltrud Rückert verschrieben: Springerles- und Buttermodeln, Muster- und Gesellenstückchen, bemalte Kästchen, Heidelbeerreff, Griffelbehälter und sogar einen hölzernen Vogelkäfig hat die Sammlerin entdeckt, die die Stücke in ihren Alltag einbezieht: Etliches fehlt jetzt in den heimischen Vitrinen – und lockt statt dessen im Dorfmuseum zur Erkundung der unglaublich vielfältigen Welt des Holzes, in die die Ausstellungsmacher gekonnt auch zahlreiche Elemente aus der Dauerausstellung des Dorfmuseums integriert haben. Das von Ulrike Thiele gestaltete Ausstellungslogo kennzeichnet in rot Exponate aus der Dorfmuseumssammlung, in grau die der Rückertschen Sammlung.
Unikate sind sie allesamt: ob Butterfass, das alte Schaukelpferd aus Holz, die hölzerne Mausefalle oder der Webstuhl, die dauerhaft im Dorfmuseum zu sehen sind, oder die so fein gearbeiteten Schmuckstückchen der Rückert-Sammlung.
Perfekt passend zum Thema der Sonderausstellung und den Räumlichkeiten hatte Regine Burdinski mit zwei Schülerinnen von der Musikschule Hohenlohe die musikalische Umrahmung der Vernissage gestaltet: bis fast zurück zur Entstehung des Kornbaus reichte die Auswahl der Flötenduette, die die beiden Igersheimer Flötenschülerinnen gekonnt auf Sopran-, Alt- und Tenorblockflöte präsentierten.
Holz also kann nicht nur behausen, wärmen und dekorieren, es kann auch singen. Und wenn dann auch noch die alten Dielenbretter und die schon von etlichen Generationen genutzten Holzstühle in die Flötenweisen und in verdienten Applaus einstimmen, dann sind nicht nur Veranstalter und Gäste, sondern ganz offensichtlich Kornbau und Museum insgesamt mit dieser Ausstellungseröffnung   rundum zufrieden.
Hoch zufrieden zeigten sich übrigens die Besucher auch mit der Neugestaltung des Eingangsbereichs: Hell und informativ lockt der von Christoph Bergmann gestaltete Entreebereich, in dem großformatige Aufnahmen von Robert Schuler von der Eingangstür aus unmittelbare in die Ausstellung führen.

Bilder(©IngeBraune):

Besser als im durch viele Holzelemente geprägten Kornbau könnte die Sonderausstellung „Alles aus Holz“ schwerlich präsentiert werden. Birgit Bulenda, Vereinsvorsitzende (links), freut sich über die sehr gute Resonanz auf die Ausstellung und die Neugestaltung des Eingangsbereichs. Die Aufnahme zeigt sie gemeinsam mit den Sammlern Hiltrud und Thomas Rückert (2 .und 3. v.l.) und den Initatoren der Ausstellung Gerhar Layer und Ulrike Thiele.

 

Webstuhl
„Holz kann fast alles“, so Thomas Rückert bei der Eröffnung der Sonderausstellung. Auch aus der Herstellung von Kleidung und Wohntextilien war Holz lange nicht wegzudenken, wie der Webstuhl belegt, der Teil der Dorfmuseums-Dauerausstellung ist, belegt.